Ist “Cheaten” Betrug?
Das Wort “cheat” kommt aus dem Englischen und bedeutet “Betrug” oder “Schwindel”, womit es zunächst negativ belegt ist. Aber wen oder was betrügt man denn, wenn man “cheatet”? Macht man sich da etwa eines Vergehens schuldig?
Eine unglücklich gewählte Bezeichnung
Cheats sind in den meisten Fällen als Funktionen gedacht gewesen, um in der Entwicklungsphase eines Spiels zu Testzwecken schneller bestimmte Stellen zu erreichen. Heutzutage werden viele Cheats aber schon für die Kunden in die Spiele eingebaut, da nicht selten der Spieler selbst die Möglichkeit haben will, an schwierigen Stellen schneller voranzukommen. Hier richtet sich der “Betrug” gegen das Spiel selber oder bei zu ungeduldigen Spielern vielleicht noch gegen diese selbst, da sie sich möglicherweise selbst um einen länger andauernden Spielspaß bringen. Daran ist aber moralisch nichts Verwerfliches zu sehen. Viele Spiele beeindrucken durch graphisch fantastische Videosequenzen und/oder überwältigende Geschichtsverläufe. Manche Spieler legen dann auf das eigentliche Spielen weniger Wert, sondern wollen das Produkt vielmehr wie einen Film genießen und sich dementsprechend schnell und mühelos zu Gemüte führen. Da ist es natürlich praktisch, wenn sich irgendwo ein einzugebender Code oder gar ein direkt im Spiel auswählbarer Cheat findet, mit dem man ein Level überspringen, sich mehr Lebensenergie oder andere Vorteile verschaffen kann. Hier scheint es so, als ob das Wort “Cheat” als “Betrug” eine unglücklich gewählte, unpassende Bezeichnung wäre.
Die unfairen Cheater
Solange man alleine spielt oder mit seinen Spielpartnern gewisse Cheats abgesprochen hat, ist es vollkommen in Ordnung, sich solche Vorteile zu verschaffen. Einige Spieler greifen jedoch auch ohne Absprache bei Mehrspieler-Spielen auf Cheats zurück. Dadurch haben diese dann einige Vorteile gegenüber den Spielern, die auf Cheats verzichten, weswegen die Nutzung von Cheats in solchen Fällen durchaus als unfair zu werten ist. Hier betrügt ein Spieler den anderen und reduziert somit meist dessen Spielspaß. Wird so ein Cheater entdeckt, wird er häufig vom Spiel ausgeschlossen, was auch im Sinne der Entwickler ist, die selbstverständlich den fair spielenden Nutzern einen größtmöglichen Spaß bieten wollen, um den kommerziellen Erfolg ihrer Spiele zu waren.So wurden bei Online-Spielen bereits Spielerkonten gesperrt oder die Daten der cheatenden Spieler komplett gelöscht.
Die Nutzung eines Cheats ist also nicht immer gleich ein übler Betrug, außer man vergisst dabei die Fairness gegenüber seinen Mitspielern. Das Zauberwort lautet also “Fairplay”.